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Sei der Herr deiner Entscheidung.
Es gibt viele verschiedene Arten von Handwerksberufen und anderen Tätigkeiten, die man erlernen kann, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Ihr dies abtun werdet. Vielleicht meint Ihr, dass es reine Zeitverschwendung wäre, einen Beruf zu erlernen, da Ihr noch jung und stark seid und die Möglichkeit habt, verborgene Schätze zu finden und gegen mächtigen Untiere zu kämpfen. Aber lasst mich Euch eine kleine Geschichte erzählen. Vielleicht werdet Ihr Eure Entscheidung überdenken, wenn Ihr sie gehört habt.
Als ich 15 Jahre alt war, waren meine Gedanken voll mit der Vorstellung von heroischen Taten, welche ich schon bald begehen würde. Ich sehnte mich danach, das Haus meiner Eltern zu verlassen, meine Schritte hinaus in die große weite Welt zu führen und die Kunst des Schwertkampfes zu erlernen. Zu diesem Zweck übte ich häufig zusammen mit einem Freund von mir, damit wir für unsere kommenden Taten bereit wären. Wir fanden sogar einen alten Soldaten, welcher in der Nähe wohnte und bereit war, uns zu unterrichten, wie ein Schwert zu führen sei.
Eines Tages kam mein Vater zu der kleinen Waldlichtung, auf der ich für mich alleine trainierte. Er setzte sich auf einen Baumstumpf und ohne ein Wort zu sagen, schaute er mir dabei zu, wie ich die verschiedenen Formen und Bewegungsabläufe übte. Nach einiger Zeit hörte ich auf und ging langsam zu meinem Vater hinüber. Ich erwartete, dass er mich schelten und mir vorhalten würde, meine Zeit nicht mit diesem unnützen Zeug zu vergeuden. Doch stattdessen schaute er mich mit traurigen Augen an und sprach in einer Weise mit mir, die ich nicht erwartet hätte und seine Worte blieben bis heute in meiner Erinnerung haften:
“Mein Sohn, seit geraumer Zeit sehe ich die Sehnsucht in deinen Augen. Das Verlangen unser Haus zu verlassen und die Welt zu erkunden.
Ganz zu Beginn habe ich es von der Hand gewiesen, dass du tatsächlich gehen würdest, da ich dachte, dass dies nur vorübergehende Träumereien wären. Aber dann, als mir bewusst wurde, dass dies tatsächlich deine Absicht ist, dass du dich intensiv vorbereitest, war ich versucht, es dir zu verbieten. Aber dies wäre wohl ein Fehler gewesen, nicht wahr?
Ich liebe dich, mein Sohn, und ich würde es sehr bedauern, dich verlieren zu müssen. Aber ich habe erkannt, dass ich dich nicht zwingen kann, für immer zu bleiben. Weil ich dich liebe, werde ich dich nicht daran hindern zu gehen, falls deine Zukunft fern der Heimat liegt. Falls dies wirklich dein Wunsch ist, darfst du nicht zurückbleiben.
Aber ich möchte dir gerne einen letzten Rat geben, bevor du deine Entscheidung treffen wirst. Das Leben eines Soldaten zu führen ist weder besser noch schlechter als irgendein anderes Handwerk zu erlernen, vielleicht davon abgesehen, dass es mehr Gefahren in sich birgt als andere Tätigkeiten. Aber bedenke, dass du eines Tages alt sein wirst. Dein Arm, welcher zuvor das Schwert mit großer Kraft geführt hat, wird die Schwäche deines Alters spüren. Deine Wendigkeit und Schnelligkeit wird mit den kommenden Jahren dahinschwinden. Dann wirst du das Bedürfnis verspüren, dich zur Ruhe zu setzten, um ein friedvolleres Leben zu führen. Vielleicht wirst Du heiraten wollen und eine Familie gründen. Doch wenn du aufhörst ein Soldat zu sein, was wirst du dann machen? Abgesehen vom Kämpfen, was wirst du machen können, um dir deinen Lebensunterhalt zu verdienen? Wenn du in deiner Jugend keinen ehrbaren Beruf erlernt hast, wird dir ein leichtes Leben verschlossen bleiben!
Aber egal was du machen wirst, welchen Weg du auch immer einschlagen wirst, die Liebe, die ich für dich empfinde, wird niemals vergehen.”
Nachdem er aufgehört hatte, zu sprechen, stand er auf und nahm mich in die Arme. Ich kann mich auch heute noch sehr gut daran erinnern, dass ich mich recht unwohl dabei gefühlt hatte, da mein Vater dies niemals vorher getan hatte. Dann drehte er sich um und ließ mich auf der Lichtung alleine, ohne eine Antwort von mir zu erwarten und ohne sich noch einmal umzuschauen.
Ich weiß nicht, was mich dazu veranlasst hatte, zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass ich die wahre Bedeutung seiner Worte zum damaligen Zeitpunkt nicht wirklich verstanden hatte. Doch tief in mir habe ich erkannt, dass er mich wirklich liebte. Heute hingegen kann ich den Worten meines Vaters nur uneingeschränkt beipflichten. Damals blieb ich für weitere drei Jahre bei meinen Eltern und nutzte die Zeit, so viel wie möglich von meinem Vater zu lernen oder von irgendeinem anderen, der gewillt war, sein Wissen mit mir zu teilen.
Nun, dass soll genug an sentimentalen Gedanken zu meiner Vergangenheit gewesen sein. Falls Ihr mir bis hierhin gefolgt seid, dann schaut Euch um. Es gibt viele verschiedene Arten von Berufen, die man erlernen kann. Manche von ihnen sind hier beschrieben, aber mit Sicherheit nicht alle. „Halte deine Augen offen“, sage ich mir selbst immer wieder, denn es gibt immer etwas Neues zu lernen, selbst für einen erfahrenen Handwerker.
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