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Der Dämonologe.

Seid wachsam ihr Völker dieser Welt, denn ein schwärender Pesthauch weit gefährlicher als all die verruchten Kriege im Zeitalter der Zwietracht wütet unter uns! Ihr Menschen, lasst ab von Euren Vorurteilen gegenüber den Elfen! Ihr Zwerge, lockert Euren von Begierde umnebelten Griff nach dem glänzenden Gold! Ihr mit Schande behafteten Orks, legt Euren immerwährenden Zwist untereinander nieder und bewährt Euch! Ihr Völker, umarmt Eure verlorenen Geschwister und vereinigt Euch, auf das Ihr kühn und mutig den Dämonologen entgegen tretet und standfest bleibt gegenüber Ihrem Makel, welchen Sie unter uns getragen haben.

Wer hat nicht schon gehört von den abscheulichen Geschichten über diese Abtrünnigen? Wem sind nicht Kenntnisse zugetragen worden, dass sie heimlich hinab gestiegen sind an die unheiligen Orte, welche tief verborgen sind in der ewigen Dunkelheit und selbst den gottlosen Nadrash ein Gräuel war? Von diesen entweihten Stätten kehren sie zurück, ausgerüstet mit allerlei obszönen Artefakten, welche der Erhabenheit der Götter lästert. Wer hat seine Ohren verschlossen vor den geflüsterten Gerüchten über ihre diabolischen Künste, ihrer Dämonen entsprungenen Kenntnisse? Ich bin kein Mitglied des Manrok Ordens, noch unterstütze ich in Gänze ihre Vorgehensweise, doch sollten jemals diese Fanatiker notwendig gewesen sein, so ist es jetzt zu dieser Stunde und mögen sie die Unschuldigen unter uns schützen und all diejenigen mit flammendem Schwert reinigen, welche von dem schleichenden Gift erfasst wurden.

Sie haben sich den Dämonen und dem Einen hingegeben, dessen Namen ich nicht nennen werde. Nackt sind sie unter dem unendlichen Himmel und unerbittlichen Auge Brágons, welches in aller Herrlichkeit auf uns herab scheint. So wandeln sie heimlich und im Verborgenen und suchen den Schutz der Dunkelheit. Sie betreten die entweihten Ruinen, wo ihr Meister einst geherrscht, und ergötzen sich dort mit dämonenartigen Kreaturen. Dort schließen sie alle Arten von unheiligen Pakten mit dem Bösen. Sie verderben die Seelen der Treuherzigen mit der Stimme Bjolmurs, sie verbrennen den Geist der Rechtschaffenen mit der Flamme Dragorogs und sie verderben den Körper der Aufrechten mit der knochigen Hand von Cherass. Sie sind Wirt aller Formen von Kreaturen, die aus den tiefen Abgründen der Alpträume entsprungen sind. Keine Sünde, und mag sie auch noch so abscheulich sein, ist ihnen zu groß. Sie schmähen die fünf Alten und verehren stattdessen den Einen, welchen sie in ihrer blasphemischen Verblendung den Schöpfer nennen.

Sie verhöhnen den wahren Weg der göttlichen Verehrung und betreten stattdessen die Pfade der verbotenen Erforschung widerwärtiger Erkenntnisse, vor denen der wahrhaft Gläubige in Horror zurückweicht. Wahrlich, sie schrecken nicht davor zurück, selbst die Tugendhaften mit ihrer Magie zu verderben, so lange sie damit den Zwecken ihres Meisters dienen. Und dass sie dem Einen und seinen monströsen Dämonen dienen, ist wohl selbst dem Einfältigsten unter uns zur Gewissheit geworden. Dennoch bleiben ihre tatsächlichen Ziele und Absichten im Dunklen, wie auch der Ursprung der Methoden, mit denen sie diese erreichen. Nun, vielleicht ist dies auch ganz recht so, damit unsere Kinder und die Schwachen weiterhin beruhigt schlafen können.

Der Manrok Orden hat viele von ihnen der Ewigkeit überantwortet, doch hatten sie weniger Erfolg dabei, einige von ihnen für ein Verhör sicherzustellen. Gefangene Dämonologen bleiben nicht für lange Zeit eingekerkert, denn sie sind durchtrieben wie die Mandra-Vipern. Ich habe Gerüchte gehört, dass ein Dämonologe, welcher in Fesseln lag und sich unter dem glühenden Eisen des Patriarchen wand, spontan seine Seele freigab und aus seinem Körper ein zähflüssiger Schleim austrat. Alle Anwesenden mussten augenblicklich den Raum verlassen, so sie nicht von den giftigen Schwaden überwältigt werden würden.

Doch seid gewarnt, geneigter Leser, denn der Dämonologen Antlitz ist oft ein edles und unbescholten mag ihr Auftreten sein, wenn sie sich unter uns Unschuldigen mischen, um ihre verderbten Ziele zu verfolgen. Aber es gibt gewisse Zeichen, an denen man sie erkennen kann, denn ihre blasphemischen Taten hinterlassen einen Makel auf ihren Körpern. Ja, die fünf Alten nehmen es nicht leichtfertig hin, dass ihr Wille von den Abtrünnigen verraten wurde und so manifestieren sich die Sünden auf ihrem verkommenen Fleisch. Alle werden ohne Zweifel von den Hexenzeichen gehört haben, an denen man die Dämonologen unter uns aufspüren kann, die dritte Brustwarze, von grauem Star gepeinigte Augen, mit Eiter angefüllte Tumore, verborgene Hörner, ein Ziegenschweif oder andere Anzeichen des Missfallens der Alten. Wenn ein Fremder mit diesen Merkmalen zu Euch kommt, so unterrichtet den Orden bei der ersten Gelegenheit; denn die Dämonologen begehren nichts weniger, als alle, mit denen sie in Kontakt treten, zu besudeln und zu schänden, und es bereitet ihnen ein besonderes Vergnügen, das Heilige zu mindern.

Oh, Ihr Götter, ist ihre unwürdige Existenz eine Prüfung unserer Standfestigkeit? Werden wir gemessen werden an dem Erfolg ihrer Vernichtung? So seid bereit und wappnet Euch, denn sie sind die fleischgewordene Pest, welche niemals unter uns toleriert werden darf. Sie sind keine Orks, die allseits und immerdar auf dem Prüfstand stehen, auf dass sie nicht dem Einen erliegen, der sie geschaffen. Wie diese dürfen sie nicht gnädig erduldet werden. Dämonologen sind nichts anderes als eine kosmische Seuche, welche uns alle zu erfassen droht; eine fühlbare Beeinträchtigung der göttlichen Herrlichkeit. Sie haben kein Mitleid und empfinden keine Gnade den Alten gegenüber, so dürfen sie auch keine Gnade von uns erwarten. Zeigt nur hinreichend Mitleid, indem ihr ihnen eine Möglichkeit zum Widerruf gebt. Doch sollten sie dies Ausschlagen, so gebt ihnen die Belohnung, die sie verdienen, mit so wenig Bedauern und Mitgefühl, wie ihr es auch einer stechenden Sumpffliege entgegenbringen würdet, bevor ihr diesem jämmerlichen Leben ein Ende setzt.

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