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Die Berufung zum Druiden.

Druiden erhalten ihre Macht aus der Natur selbst und sind somit fast eine Art Naturpriester. Sie respektieren die Kräfte der Natur und leben im Einklang mit dieser. Sie können Tränke, Salben und Tinkturen aus natürlichen Rohstoffen herstellen. Auch sind sie in der Lage, Naturgeister und die Tiere des Waldes um Hilfe oder Schutz zu bitten, oder sogar das Wetter und auch Pflanzenwachstum zu beeinflussen. Ihre Magie ist weniger auf den Augenblick ausgerichtet. Manche ihrer Tränke und Zauber entfalten ihre Magie erst über einen gewissen Zeitraum.

Die Druidenmagie ist der älteste Zweig der magischen Kräfte und kann auf eine lange Tradition ihrer Schule blicken, die ihren Anfang mit dem legendären Seher und Mystiker Nifrindarai aus den untergegangenen Elfenreichen der Geschlechter der Raenandror hatten. Seine Lehren sind in Teilen überliefert worden und wurden von seinen Schülern (Nori Nifrindarai – die Getreuen des Nifrindarai) in dem Werk „Über die Natur“ festgehalten. In der Erkenntnis der Erschaffung Illarions durch die Älteren Götter postuliert er, dass alles was ist und sein wird aus den fünf Ursubstanzen (Feuer, Wasser, Luft, Erde und Geist) erschaffen wurde. Es sind die fünf Wurzeln des Seins. Durch Mischung und Trennung sei aus ihnen alles geworden, was es an Seiendem gibt. Sie selbst aber sind in ihrer Qualität etwas Letztes; sind weder geworden, noch werden sie vergehen; nur Teilchen splittern sich von ihnen ab und gehen mit Teilchen anderer Wurzeln neue Verbindungen ein. Was die Sterblichen Werden und Vergehen heißen, ist also nur Mischen und wieder Trennen: Geburt gibt es von keinem einzigen unter allen sterblichen Dingen, auch nicht ein Ende im verwünschten Tod, sondern nur Mischung und Austausch der vermischten Stoffe. Alles Werden ist also für Nifrindarai nur Ortsveränderung und er stellt damit das Gesetz auf von dem Erhalt der Substanzen des Lebens und der Ewigkeit der Grundstoffe der Welt.

Doch was bewirkt diese Mischung der Stoffe und die Trennung derselben? Was ist die Antriebskraft die Entstehen und Vergehen lässt? Für Nifrindarai war der Akt der Schöpfung etwas Göttliches und Vollkommenes. In Ewigkeit sei die Harmonie des Lebens erhalten. So wie es Geburt nicht ohne Tod geben kann, hielten sich die fünf Wurzeln des Lebens die Waage, ohne das sich ein Übergewicht zugunsten oder ungunsten eines Stoffes bildete. In dieser, wie er es nannte, ersten Weltenperiode kam die Kraft des Entstehens und Vergehens aus der Harmonie selbst. Das eine kann nicht ohne dem andern existieren. Das Seiende ist nur als Ganzes vorstellbar, denn wie kann ich geben ohne zu nehmen und doch Eins bleiben? Die Wurzeln des Lebens strebten selbst diesen Zustand der Harmonie an; denn bald wächst ein Einziges aus Mehreren zusammen, bald scheidet es sich wieder. Und dieser beständige Wechsel hört niemals auf.

Doch mit der Manifestation des Hasses in dieser Welt fand diese erste Weltenperiode ihren Abschluss. Die jetzt herrschende zweite Weltenperiode ist geprägt vom göttlichen Kampf des Hasses und der Liebe; den beiden Antipoden der Existenz. So, wie der Hass dem Leben ein Ende setzen will, wie er zerstören will und der Mehrung des Vielen zuarbeitet, so will die Liebe wieder einen und bedarf der Harmonie zur Existenz. So lösen einander regelmäßig im Umschwung des Kreises, im Umschwung der Zeit, die vier großen Weltenperioden einander ab. In der dritten Weltenperiode wird das Chaos herrschen, da der Hass den Sieg davontragen wird. Es wird nur noch vieles geben und die Einheit wird verloren sein. Die Harmonie wird dem Chaos weichen. Wie in einem göttlichen Maelstrom verwirbeln die Elemente ohne Sinn und ohne Ziel, nur noch dem Vergehen unterworfen. Es ist beruhigend zu wissen, dass nach Nifrindarai dereinst die vierte Weltenperiode eingeläutet wird, in der wieder die Harmonie den Sieg davongetragen hat. So sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt und der Prozess beginnt von neuem in einem ewig währenden Kreislauf.

Basierend auf den Theorien des Nifrindarai entwickelten sich die Formeln und Prozeduren der Druiden (und auch der Alchemisten). Ausschlaggebend dabei ist der Ansatz, dass eine universelle Ordnung existiert, wodurch ein Ausgleich zwischen den Elementen immanent ist. Den einzelnen Elementen (mit Ausnahme des Geistes) werden dabei bestimmte Attribute oder Qualitäten zugeordnet, welche sich in Gegensatzpaaren gruppieren (feucht/trocken, kalt/warm). Diese Qualitäten lassen sich wieder finden in den einzelnen Ingredienzien, welche zu druidischen oder alchemistischen Prozeduren herangezogen werden. Der Erfolg einer Formel bedarf somit einer harmonischen Zusammenstellung der Ingredienzien und deren Mischungsverhältnisse, um einen Erfolg zu gewährleisten. Exemplarisch sei hier die Lehre von Gesundheit und Krankheit des berühmten Heilers Tifalori von Karamesh vorgestellt. Dieses Prinzip lässt sich aber auch auf alle anderen Prozeduren der Druiden übertragen. Nach seinen Lehren liegt Gesundheit vor, wenn sich die Stoffqualitäten im Körper im Gleichgewicht befinden; bei Vorherrschen nur einer Qualität, entwickelt sich früher oder später eine Krankheit. Eine Heilung lässt sich daher durch Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts herbeiführen, wobei der Arzt ausnutzt, dass die Qualitäten in paarweisen Gegensätzen auftreten. So könne ein Zuviel an Kälte bei einem Patienten durch Zufuhr von Wärme beseitigt oder ein Zuviel an Trockenheit durch Feuchtigkeit ausgeglichen werden. Zur Herstellung der Tränke und Durchführung der Prozeduren benötigt der Druide auch das fünfte Element, welches einen verbindenden Charakter einnimmt und damit einen Ausgleich darstellt zwischen den sich anziehenden und abstoßenden Paaren der übrigen Elemente. Dieses fünfte Element entspringt dabei dem Druiden selbst, der durch den magischen Charakter der Verbindung die Einheit herstellt.

Heilkunde

Druiden benutzen in der Regel einen Stab, welcher oft sehr schlicht ist und aus knorrigem Eichen-, Buchen-, Weiden- oder Eschenholz besteht. Sie können verschiedene Formen von Arzneien herstellen und benötigen dafür bestimmte Gegenstände. Zur Herstellung von Salben wird nur ein Mörser benötigt, in dem die pflanzlichen Produkte zerkleinert und mit tierischem Fett vermischt werden. Ihre Wirkung entfalten sie dann, indem sie auf die Haut aufgetragen werden. Tränke müssen einem weiteren Herstellungszyklus unterworfen werden. Nach der Zerkleinerung im Mörser, wird die Masse über dem Feuer gekocht, um ihre volle Wirkung zu entfalten. In Flaschen abgefüllt, können sie dann innerlich angewendet werden. Tinkturen sind hoch konzentrierte Wirkstoffe, die am aufwendigsten herzustellen sind. Hier müssen die Wirkstoffe über die Verkochung hinaus, in einer Destillieranlage weiter konzentriert werden.

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