|
Die Welt Illarion.
Ein Adler schraubt sich immer höher in den Himmel über Illarion. Auf der Suche nach Beute streifen seine Blicke über die weiten Lande. Er sieht die hohen Berge, die mit ihren schroffen Spitzen und schneebedeckten Gipfeln das Firmament zu berühren scheinen. Mit seinen scharfen Augen erkennt er die versteckten Eingänge zu den großen Minen der Zwerge, die sich tief in das Herz der Gebirgszüge gegraben haben, um dem Stein seine wertvollsten Schätze zu rauben.
Das Heulen der Wolfsrudel begleitet den Adler, der an den Flanken der Berge in die tiefen waldbedeckten Täler hinab gleitet. Hier und dort erhebt sich eine Ansammlung von großen Bradamenbäumen aus der sonst geschlossenen Decke der Baumwipfel und in dem dichten Geflecht der Äste sind die Wohnstätten der Elfen nur schwer zu erkennen, wie auch ihre Existenz nur selten Spuren in der unberührten Natur hinterlässt.
Weiter, immer weiter fliegt der Adler und auf seinem Weg werden die Berge abgelöst von einer sanft geschwungenen Hügellandschaft, nur unterbrochen von den großen Flüssen, die träge dem Meer entgegenströmen. In dieser fruchtbaren Gegend findet man die Dörfer der friedfertigen Halblinge, deren Behausungen von den wohlgepflegten Gärten und Feldern umgeben sind.
Doch schon bald erreicht der Adler auf seinem Flug die endlosen Steppen und unwirtlichen Wüsten. Vereinzelt steigt Rauch in den Himmel empor und zeugt von den Behausungen und Lagerplätzen der kriegerischen Orks. Ihre Schlachtrufe hallen weit über die Ebene und jedem, der diese Rufe vernimmt, ist wohlgeraten, ihr Gebiet mit Vorsicht zu betreten.
Endlich erreicht der Adler die sturmgepeitschte Küste und sieht die großen Städte der stolzen Menschen, auf deren Mauern und Zinnen die Fahnen im Winde flattern. Zwischen den Türmen und Dächern erkennt er das Treiben auf den überfüllten Marktplätzen und die Sonnenstrahlen werden von den Rüstungen der Ritter reflektiert, die sich hoch zu Ross einen Weg durch die Menge bahnen.
Vom Hafen aus folgt der Adler den großen Handelsschiffen, die ihre gefährliche Reise über das Meer antreten. Über den sich hebenden und senkenden Wogen erkennt er tief unter der Wasseroberfläche die schemenhaften Umrisse der großen Gebetshallen, die dort von den Echsenmenschen errichtet wurden. Sie leben in einem Element, welches dem Adler fremd ist und während er seine Kreise hoch in der Luft zieht, gleiten die Echsenmenschen elegant durch die Fluten und nur ihr schimmerndes Schuppenkleid ist manchmal im Wasser zu erkennen.
Die Welt von Illarion ist angefüllt mit unerklärlichen Wundern und geheimnisvollen Plätzen, unsagbaren Schrecken und gefährlichen Orten. Aus dunkler Vergangenheit steigen Dämonen und Monster empor, die nach dem Leben der Sterblichen trachten. So ist es nicht verwunderlich, dass in dieser magischen Welt, in der das Schicksal eines jeden vergänglich ist, die Völker Zuflucht und Trost bei den Göttern suchen. 16 Gottheiten bestimmen das Leben auf Illarion und nehmen Einfluss, wo immer es ihren Interessen zugute kommt. Kriege sind durch sie entstanden und wurden geschlichtet. Ganze Geschlechter kamen durch sie an die Macht und wurden gestürzt. Mag es auch hier und dort Verrückte geben, die ihre Existenz verleugnen, die sich ihrem Willen widersetzten, so gibt es doch keinen Gott, dem die Existenz eines jeden einzelnen Lebewesens nicht bewusst ist und mag es auch noch so unscheinbar sein. Es wäre unklug, dies zu ignorieren.
Gänzlich fremd ist diese Welt dem Adler, der unberührt vom Treiben der Sterblichen weiter seine Kreise über Illarion zieht. Doch weit oben aus der Luft genießt er den Überblick über alle Orte und mit seinen scharfen Augen sieht er alles, was sich auf dieser Welt zuträgt.
|