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Die Offenbarungen des Tialdin
Dies sind die Offenbarungen des Tialdin, des ersten Königs von Silverbrand. Hier an dieser größten Zwergenschmiede auf dem Kontinent Gobaith werden die Offenbarungen als bindende Schöpfungsgeschichte der Zwerge angesehen. Es gibt durchaus Zwerge, die sich der anerkannten Entstehungsgeschichte Illarions anschließen. Die durch den Kontakt mit anderen Völkern sich auch deren Sitten und Glauben angenähert haben. Doch sind diese auf Gobaith eher in der Minderheit.
Die Erste Offenbarung - Von Irmorom den Zwergen und den Göttern
Am Anfang erschuf Irmorom die Elemente Erde, Feuer, Geist, Wasser und Luft.
Und er sah, dass sie gut waren, dass sie große Kraft hatten und so gab er ihnen Namen.
So nannte er die Erde Ushara.
Er nannte das Feuer Brágon.
Dem Geist gab er den Namen Eldan.
Das Wasser wurde Tanora genannt.
Und für die Luft wählte er den Namen Findari.
Doch die Elemente waren sich uneins. Feuer und Wasser gerieten in Streit. So half Geist der Erde, das Wasser festzuhalten, und Geist half der Luft, das Feuer zu binden.
Und so wurden aus Erde und Wasser die Welt und aus Luft und Feuer der Himmel.
Diese Welt war wild und roh, denn die Elemente liebten es, miteinander zu spielen. Der Wind wühlte die Erde auf, das Feuer warf immer wieder Flammen herab auf das Wasser und traf dabei auch die Erde und das Wasser schlug immer wieder an die Erde und so formten Wind, Feuer und Wasser die Erde zu den Kontinenten und Inseln. Warfen sie zu Bergen auf und schnitten Flüsse hinein.
Als Irmorom sah, dass sich die Erde formen ließ, griff er herab und nahm etwas von der härtesten Erde, die vom Feuer zu Fels gebrannt war, und schlug aus dem Fels die Zwerge, auf dass sie hart seien wie Stein.
Und er nahm etwas vom Geiste und hauchte ihnen Leben ein.
Und er nahm etwas vom Feuer und gab es Ihnen, damit sie damit die Welt formen können.
Und er nahm etwas vom Wasser, damit sie stetig arbeiten und niemals ermüden. Wie Wellen die ans Ufer schlagen.
Und er nahm etwas von der Luft und gab ihnen damit die Fähigkeit, zu reden.
Während Er mit seinem Meisterwerk beschäftigt war, erschufen die Elemente und der Lebensgeist in Ihrem Wechselspiel die Natur mit Pflanzen, Tieren, Elben, Halblingen und Menschen.
Irmorom schaute auf die Welt und sprach zu seinen Zwergen. Dies sei nun eure Welt, formt sie nach eurem Willen. Strebt nach der Schönheit, seid Weise und Gut aber auch Stark, denn die anderen brauchen eure Standfestigkeit.
Und Irmorom entschied, dass er nichts Besseres als die Zwerge erschaffen kann, so zog er sich zurück und beobachtete, was sich aus seinen Werken entwickeln würde.
Die Zwerge kehrten zurück zu Ihrer Mutter, der Erde, welche sie mit Schätzen beschenkten, um sie willkommen zu heißen. Sie nahmen die Schätze und begannen ihr Werk. Sie formten das Metall mit dem Feuer und sie formten den Stein mit dem Metall. So erschufen sie Schritt für Schritt immer mehr, um Irmorom zu gefallen.
Die Zweite Offenbarung
Nachdem Irmorom sah, dass es so, wie er es geschaffen hatte, fähig war, aus sich selbst heraus zu erschaffen und sich zu entwickeln, ohne sein Zutun weiter zu wachsen, entschied er, dass seine Schöpfung frei sein sollte. So ließ er die Elemente vergessen, dass er ihr Schöpfer war. Ließ alle Wesen außer seinen Zwergen vergessen, dass er, Irmorom, es war; der Grund für alles was existiert. So zog er sich zurück aus seiner Schöpfung, sah zu, wie sie aus sich selbst heraus wuchs, denn Irmorom liebt den Aufbau und das Entstehen. Er sah zu, wie seine Zwerge Reiche errichteten in den Bergen, und er sah zu, wie die Kreaturen, die von den Elementen erschaffen worden waren, seinem Geist folgend, Städte errichteten, bauten und erschufen. Er sah zu, wie die Elemente, die alten fünf Götter, sich zurückzogen und ihre Macht langsam auf die Jungen Götter verteilten.
Zu jener Zeit begab es sich, dass Irmorom des Zuschauens müde wurde, denn das Erschaffen und Bauen ist seine von sich selbst auferlegte Bestimmung. So begab es sich, dass er einen Teil von sich unter die jungen Götter entsandte, um unerkannt unter Ihnen zu wandeln, um ein Teil seiner eigenen Schöpfung zu sein. Als einer von ihnen. Demütig sein Haupt neigend vor der Kraft seiner eigenen Schöpfung. Im Respekt davor, dass auch sie die Fähigkeit entwickelt hatte, zu erschaffen.
Zerstören ist leicht, doch das Schöpfen, Wachsen und Erschaffen ist das höchste, das ein Gott, ein Zwerg oder ein anderes Wesen erreichen kann.
Er wandelt unter den jungen Göttern, um selbst wieder erschaffen zu können, zu formen und aufzubauen. Ohne in seiner unbegrenzten Macht über ihnen zu stehen. Um mit Ihnen gemeinsam zu erschaffen und seine eigenen neuen Schöpfungen dort enden zu lassen, wo die Schöpfungen anderer beginnen.
So kam es das Irmorom nunmehr zu den Jungen Göttern gezählt wird und das einzig wir Zwerge die Wahrheit kennen.
Doch auch was die anderen Kreaturen glauben, seien es die Elben, die glauben alles sei von den Elementen erschaffen worden, ist die Wahrheit, weil Irmorom es so wollte. Er gab ihnen ihre eigene Wahrheit, indem er die Elemente vergessen ließ, dass er sie erschaffen hat. Denn die Wahrheit ist ein Fluss, mit Windungen. Sie kann sich wandeln und entwickeln, wie es alles, was erschaffen wurde, tut. Alle Wesen haben ihre eigene Wahrheit, weil Irmorom es so wollte. Wir Zwerge wissen das und so neigen wir unser Haupt vor seinem Willen und lassen allen Kreaturen ihre Wahrheit. So wie wir unsere eigene Wahrheit haben, weil er sie uns gab.
Die Unterschiede sind es, die die Schöpfung so reich macht. Diesen Reichtum dürfen wir nicht mindern, indem wir anderen unsere Wahrheit aufzwingen oder ihre Lebensweise, und sei sie uns noch so fremd, zu verdammen. Einzig die Wahrung der Schöpfung müssen wir mit unserer Standfestigkeit schützen. Es gilt, allem den Kampf anzusagen, was der Schöpfung zuwiderläuft und nur existiert, um einzureißen oder zu zerstören. Denn Irmorom sprach: Hütet die Schöpfung und die anderen brauchen eure Standfestigkeit.
Aufgezeichnet von Tialdin
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