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Baros Großfuß und der Hochmut.
Es lebte einmal in fernen Tagen ein junger Mann mit dem Namen Baros Großfuß. Seinen Namen hatte er nicht nur von seinen gewaltig großen Füßen, sondern auch weil er gerne mal sozusagen einen über den Durst trank und anschließend prahlte, dass die Sterne am Himmel erblassten. Sein Gewerbe war das eines Winzers und er verstand sich äußerst gut darauf. Seine Weine waren weit und breit bekannt für einen einmaligen Wohlgeschmack und eine klare Reinheit.
Eines Abends saß Baros Großfuß in der Taverne Zum Goldenen Hahn und trank mit seinen Freunden. Die Stimmung war ausgelassen und lustig. Da rief ein besonders mutiger und neugieriger junger Mann: „Verrate uns das Geheimnis des allberühmten Großfußweines!“ Doch Baros schüttelte den Kopf. „Niemals würde ich es einem Kerl wie dir preisgeben, Hollur Kleinsäcker!“ Da stand ein zweiter, in teuerem Gewande und mit zahlreichem Schmucke bekleideter Mann auf und rief: „So sag es mir, Baros!“ Abermals schüttelte dieser aber den Kopf und sprach: „Nein, auch Euch, Graf von Goldringen, werde ich mein Geheimnis nicht verraten!“ Er blickte forsch in die Runde und setzte hinzu: „Niemand wird je mein Geheimrezept erfahren, niemand.“
Da stand ein alter, zerlumpter Mann, der die ganze Zeit in der Ecke gesessen hatte auf und trat näher. Als er direkt vor dem prahlerischen Winzer stand, öffnete er seinen Mund und krächzte: „Niemand sagt Ihr, mein Herr?“ Baros nickte. „Auch nicht wenn Adron persönlich vor Euch stände?“ Der Alte stierte mit einem undurchdringlichen Blick auf Herrn Großfuß. Dieser jedoch überlegte und nickte dann leicht, bevor er antwortete: „Nein, selbst dem Gotte würde ich mein Geheimnis nicht anvertrauen.“ Der Zerlumpte nickte, nahm seinen Weinkrug und schwankte aus der Taverne.
Seid jenem Tage jedoch verdarb dem guten Baros jeden seiner Weine, die Leute mochten ihn bald nicht einmal mehr riechen und schütteten ihn in den Fluss. So wurde der hochmütige Winzer noch zu seinen Lebtagen bestraft.
aus dem Nachlass von:
Mariana Gutenhof
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